Bauboom in Freiberg: Stadtrundgänge zur 6. Geschichtsstunde am 13. und 27. Juni

Der Bauboom in Spätgotik und Renaissance ist das Thema der 6. Geschichtsstunde zum Festjahr "850 Jahre Freiberg". Diesmal laden Uwe Richter und Yves Hoffmann  zu Rundgängen durch die Freiberger Altstadt ein, denn viele der Bauwerke dieser Zeit prägen das Stadtbild bis heute. Die Rundgänge finden am 13. Juni, 16.30 Uhr, sowie am 27. Juni, 19 Uhr, statt. Treffpunkt ist die Rathaustreppe am Obermarkt. Die Teilnahme ist kostenlos. "Nach dem letzten großen Stadtbrand von 1484 wurde Freiberg relativ schnell wieder aufgebaut", erklärt Uwe Richter, Historiker und Mitarbeiter in der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Freiberg. "Einen großen Einfluss auf die Bauweise hatten Bauvorschriften, die in erster Linie in Feuerordnungen enthalten waren." Im 15. Jahrhundert war der Bürgerhausbau in Freiberg noch größtenteils von Fachwerkbauweise und einer Giebelstellung der Häuser geprägt. Im Verlauf des 16. und des 17. Jahrhunderts vollzog sich der Prozess der "Versteinerung" der Stadt. Auch die Orientierung der Gebäude wechselte von der Giebel- zur Traufständigkeit. Das erste Renaissancehaus der Stadt und eines der frühesten in Sachsen überhaupt ist das Gebäude am Obermarkt 17. "Bemerkenswert ist hier vor allem das Renaissanceportal mit der Darstellung der bergmännischen Arbeit im Tympanon", sagt Uwe Richter. "Aus der Spätgotik stammen noch einige Schmuckgiebel wie die Blendbogennischen am Kornhaus."Freiberg verfügt über einen sachsenweit einmaligen Bestand an historischen Bauten der Spätgotik und Renaissance. Auch das Rathaus, das hauptsächlich zwischen 1470 und 1474 errichtet worden ist, und der Renaissanceneubau von Schloss Freudenstein, der zwischen 1566 und 1577 erfolgte, gehören in diese Zeit.